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Kathedrale Sedlec

KIRCHE MARIÄ HIMMELFAHRT

Geschichte

Die Kathedrale Mariä Himmelfahrt und St. Johannes der Täufer in Sedlec bei Kutná Hora ist ein einzigartiges Baudenkmal, das in die Weltkulturerbeliste der UNESCO aufgenommen wurde. Es handelt sich um die Klosterkirche der ehemaligen ältesten Zisterzienserabtei in Böhmen (gegründet 1142). Das weltberühmte Beinhaus von Sedlec und diese Kathedrale sind in ihrer Gesamtheit die älteste bauliche Anlage der heutigen Stadt Kutná Hora.

Erbaut wurde die Kathedrale in den Jahren 1290 bis 1320 von einem unbekannten Baumeister, der als "Meister der Kirche von Sedlec“ bezeichnet wird. Dieser kombinierte die nordfranzösische gotische Kathedralarchitektur mit deutschen Elementen. Es handelt sich um einen Baustil, der die Höhe und Subtilität des Gebäudes betont, und dieser Absicht entspricht auch das bemerkenswerte verdeckte Stützsystem. Mit der Errichtung der Kirche wurde nach dem Jahr 1282 unter dem Abt Heidenreich begonnen. Damals erlebte das Zisterzienserkloster einen wirtschaftlichen Aufschwung, der vor allem auf den zunehmenden Silberabbau auf klostereigenen Grundstücken zurückging. Die Silbergewinnung führte nicht nur zu einer deutlichen Verbesserung der ökonomischen Lage des Klosters, sondern bewirkte auch eine grundlegende Veränderung der wirtschaftlichen Bedeutung der gesamten Region. So schoss in der Folgezeit in unmittelbarer Nachbarschaft des Klosters in atemberaubendem Tempo die mittelalterliche „Großstadt“ Kutná Hora aus dem Boden.

Die Kirche von Sedlec war die erste, die im Kathedral-Baustil errichtet wurde und zur damaligen Zeit war sie auch der größte Sakralbau auf dem Gebiet von Böhmen und Mähren. Das ursprüngliche Erscheinungsbild des frühgotischen massiven Steingebäudes mit seinem Grundriss in Form eines lateinischen Kreuzes blieb nicht erhalten, weil das hiesige Zisterzienserkloster und die Klosterkirche im Jahr 1421 von hussitischen Truppen geplündert und gebrandschatzt wurden.

Die Kirche blieb dann die nächsten 279 Jahre als Ruine stehen. Trotz ihres kläglichen Zustands hinterließ sie jedoch beim Betrachter einen so monumentalen Eindruck, dass sie im Jahr 1681 den Beinamen SPLENDISSIMA BASILICA – prachtvollste Basilika - erhielt.

Unter dem Abt Jindřich Snopek (1700) begann der Wiederaufbau der Kirche. Der erste Bauetappe bei der Erneuerung des Kirchenbaus erfolgte unter der Leitung des Architekten Pavel Ignác Bayer aus Jihlava, der zunächst die Statik des Gebäudes sicherte. Ihm wird auch das Konzept der fünfschiffigen Kathedrale zugeschrieben. Bayers Nachfolger war Johann Blasius SANTINI-Aichel (*1677 +1723), der an der Kathedrale von Sedlec seine Vorstellungen von der Barockgotik umsetzte. Die originelle Lösung der Hauptfassade mit ihrer Vorhalle, die einzigartige Gestaltung des Innenraums der Kirche mit der äußerst eindrucksvollen Überwölbung des Hauptschiffs, der Altarraum und das Querschiff (Transept) – all dies trägt die Handschrift des genialen Baumeisters. Santini integrierte in das Kirchengebäude auch weltweit einzigartige architektonische Elemente, wie das als „Böhmische Kappe" bekannte freitragende Gewölbe und eine freitragende Wendeltreppe.

Die Bildhauerarbeiten sind das Werk von Matěj Václav Jäckel (*1655 +1738). Die meisten Originale dieser Statuen befinden sich heute im Innern der Kirche. 1708 erfolgte die Weihe des wiederhergestellten Kirchengebäudes. Diese erneute Blütezeit war jedoch nicht von langer Dauer. Im Jahr 1784, weniger als achtzig Jahre nach seiner Wiederherstellung, wurde das Kloster Sedlec während der Regierungszeit des Kaisers Josephs II. aufgelöst und sein Eigentum versteigert. Die Kirche wurde zu einem Mehllager umfunktioniert und in den Klostergebäuden wurde 1812 eine Tabakfabrik eingerichtet, die sich hier noch heute befindet. Derzeit ist die Fabrik im Besitz der Philip Morris Group.

Im Jahr 1806 wurde das Gebäude wieder seiner kirchlichen Bestimmung zugeführt.

Nachdem die Kathedrale 2001 in ein Programm zur Erhaltung des Architekturerbes der Tschechischen Republik aufgenommen wurde, begann eine umfangreiche Sanierung. Seit dem Frühjahr 2009 ist die Kathedrale wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes steht die Kathedrale allerdings bereits seit 1995.

Neben der statischen Sicherung, die von entscheidender Bedeutung war, wurden viele weitere Tätigkeiten ausgeführt, z.B. Zimmerarbeiten, Klempnerarbeiten, Steinmetzarbeiten, Stuck-, Putz- und Malerarbeiten sowie die Erneuerung der Innenräume. Insgesamt wurden im Laufe der über acht Jahre dauernden Baumaßnahmen mehr als 70 Millionen CZK investiert, davon mehr als 30 Millionen CZK aus Mitteln der Pfarrei Kutna Hora - Sedlec.

Im Herbst 2009 endete der 300 Jahre währende Zyklus der Erneuerung des Kirchenbaus und am 24. Oktober 2009 konnte die Kathedrale Mariä Himmelfahrt und Johannes der Täufer in Sedlec im Beisein des Bischofs Dominik Duka wieder geweiht werden.

erste Dachboden der Kathedrale, über den man zur Westempore gelangen kann, ist frei zugänglich. Somit haben die Besucher die einmalige Gelegenheit, die Arbeit der Handwerker vergangener Zeiten zu bewundern. Sehenswert sind auch bedeutende Werke der bildenden Kunst, z.B. die Gemälde von Peter Brandl und Michael Leopold Willmann.

In der Schatzkammer der Kirche wird eine der wertvollsten Kostbarkeiten Mitteleuropas aufbewahrt – das Original der Monstranz von Sedlec.

… vor den Hussiten versteckt und im Mittelalter in der Kirche eingemauert, später durch Zufall wiederentdeckt, in den Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche in den Panzerschränken von Kutná Hora verschwunden, dann unter die Exponate der Nationalgalerie geraten und im Jahr 2011 endlich in die Kathedrale zurückgekehrt

Neuesten Erkenntnissen zufolge handelt es sich hierbei um eine der ältesten erhaltenen gotischen Monstranzen der Welt – hergestellt vor 1400 im Parlerschen Stil – eine erlesene Goldschmiedearbeit, die sich kein Besucher der Kathedrale entgehen lassen sollte.

Ein besonderer Anziehungspunkt für Schülergruppen, aber auch für viele andere Besucher, ist der kleine Kinosaal, in dem ein Zeichentrickfilm über die bewegte Geschichte des Klosters Sedlec gezeigt wird.

In der Kathedrale gibt es haptische Hilfsmittel für Blinde und Sehbehinderte, die den Grundriss und die Westfassade des Kirchengebäudes darstellen.

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